Frage zum anticholinergen Syndrom

Sehr geehrter Herr Berger,

 

ich lese gerade in ihrem Buch auf S. 405 über das anticholinerge Syndrom.

Dort ist angegeben, daß es zu seiner Hyperhidrosis kommt. Müsste es nicht zu einer Anhidrose kommen, wenn die Acetylcholinübertragung an den Schweißdrüsen unterbrochen wird?

Bitte verzeihen Sie, wenn ich falsch liege und ihr Zeit gestohlen habe.

Mit freundlichen Grüßen,

Maria Klocker

 

Sehr geehrte Frau Klocker,

besten Dank für den Hinweis. Hier ist uns tatsächlich ein Fehler unterlaufen, den wir in der Online-Version unseres Buches auch gleich korrigieren werden.

 

Vermehrtes Schwitzen ist eine bekannte und sehr häufige Nebenwirkung von Tri- und Tetrazyklika (vgl. die Fachinfos wie z.B. Amitriptylin), aber auch von anderen Antidepressiva wie z.B. SSRIs.

Diese UAW darf aber nicht unter anticholinergen Wirkungen gelistet werden! Warum trotz der anticholinergen Wirkungen von Trizyklika diese, vor allem am Anfang der Therapie, vermehrtes Schwitzen auslösen, ist nicht klar. Steht auch nirgendwo.

Viele Grüße

Dietrich van Calker

Wie ist der gegenwärtige Kenntnisstand zum Einsatz von Antidepressiva in der Behandlung der bipolaren Depression?

Zur Behandlung der bipolaren Depression mit Antidepressiva gibt es keine brauchbaren Studien. Deshalb hat ein Kommittee der ISBD  Empfehlungen verabschiedet, die zwar nicht durch gute Studien untermauert sind, aber die generelle Erfahrung wiederspiegeln (Pacchiarotti et al The International Society for Bipolar Disorders (ISBD) Task Force Report on Antidepressant Use in Bipolar Disorders Am J Psychiatry 170:11, 1249-1262 (2013).

Diese Empfehlungen sind (Übersetzung aus dem Englischen):

In dieser ISBD Task Force gab es Übereinstimmung darüber, dass Behandlung ohne Antidepressiva,  also mit Lithium, Lamotrigine, Olanzapin, Quetiapine und Lurasidon als Monotherapie erwogen werden sollten, bevor Antidepressiva bei der bipolaren Depression eingesetzt werden.

Wenn Antidepressiva bei der Bipolar-1 Störung eingesetzt werden, sollten sie zusammen mit  einer stimmungsstabilisierenden Behandlung verschrieben werden, obwohl die Evidenz  für einen antidepressiva-assoziierten Umschlag in eine Manie uneindeutig ist und kein klarer Beweis dafür vorliegt, dass Stimmungsstabilisierer solche Effekte  verhindern können.

Antidepressiva erscheinen in der Behandlung einer akuten Depression bei der Bipolar-2-Störung als relativ gut verträglich, über ihre Effektivität gibt es aber keine klaren Erkenntnisse. Evidenz über den  langfristigen prophylaktische Wert einer Behandlung mit Antidepressiva bei Patienten mit einer bipolar-1 oder bipolar-2 Störung liegen kaum vor, trotz des verbreiteten klinischen Einsatzes von Antidepressiva, idealerweise in Kombination mit einem Stimmungsstabilisierer. Es gibt wenig Evidenz für die Meinung, dass ein bestimmter Typ von Antidepressiva, in klinischen Äquivalenzdosen, weniger effektiv oder gefährlicher sein könnte als ein anderer. Ausnahmen sind die tri- und tetrazyklischen Antidepressiva und Venlafaxin, die offenbar ein besonders hohes Risiko haben, Zustände von pathologisch gesteigerter Stimmung und Verhalten zu induzieren.

Wenn also ein Pat. auf eine Monotherapie mit Lithium, Lamotrigine, Olanzapin oder Quetiapine nicht anspricht oder sie nicht verträgt, dann kann man nach diesen Empfehlungen Antidepressiva einsetzen. (Lurasidon war in Deutschland nur zur Behandlung der Schizophrenie zugelassen und wurde inzwischen vom Hersteller (Takeda) am 01.03.2015 vom deutschen Markt genommen).

Eigene Erfahrungen sprechen eher gegen Olanzapin in der Langzeittherapie wegen der häufigen Probleme mit Gewichtszunahme und metabolischen Veränderungen.

Stimmt es, dass man Bupropion nicht so ohne weiteres mit anderen Antidepressiva kombinieren kann?

Bupropion ist in vivo (nicht in vitro) ein potenter Inhibitor von CYP2D6. D.h., bei jedem Begleitmedikament, das über CYP2D6 abgebaut wird, muss man mit Problemen rechnen.

Klinisch bedeutsam sind bei pharmakokinetischen Wechselwirkungen im Wesentlichen nicht Wechselwirkungen mit anderen Antidepressiva, sondern die mit anderen Arzneistoffen, die bevorzugte Substrate von CYP2D6 sind.

Die Datenlage bei Kombination von Bupropion mit anderen Antidepressiva:

Bupropion -TZAs

Wenn Bupropion mit TZAs kombiniert wird, besteht das Risiko einer Intoxikation. Amitriptylin, Nortriptylin, Clomipramin, Trimipramin, Desipramin  und Imipramin  nur mit Kontrolle der Spiegel und Dosisanpassung kombinieren. Zusätzlich besteht das Risiko der Senkung der Krampfschwelle (pharmakodynamische Wechselwirkung).

Bupropion – Citalopram/Escitalopram

Bei Citalopram findet sich eine Erhöhung in Kombi mit Bupropion, die aber nichts mit der 2D6 Inhibition zu tun haben kann (Citalopram wird nur zu ca 10 % durch 2D6 metabolisiert). Es gibt Fallbericht mit fatalem Ausgang bei kombinierter Einnahme in suizidaler Absicht.

Bupropion-Sertralin

Bei Sertralin gibt es keine Angaben zur Interaktion mit Bupropion, ein Einfluss der 2D6 Hemmung ist aber unwahrscheinlich, da Sertralin vor allem über CYP3A4, CYP2C19 und CYP2B6 verstoffwechselt wird.

Bupropion-Fluoxetin

Fluoxetin wird durch 2D6 metabolisiert, ist aber selber ein starke CYP2D6 Inhibitor, daher ist kein zusätzlicher Effekt zu erwarten.

Bupropion – Venlafaxin

Kombinationen von Bupropion mit Venlafaxin sind relativ unproblematisch, obwohl CYP2D6 am Abbau von venlafaxin beteiligt ist. Es wird die Bildung von O-Desmethylvenlafaxin gehemmt, d.h. die Bildung des aktiven Metaboliten. Mit CYP2D6-Hemmung ist Venlafaxin das wesentliche aktive Prinzip, ohne Bupropion ist es O-Desmethylvenlafaxin.

Bupropion – Duloxetin

Duloxetin wird durch CYP2D6 und CYP1A2 metabolisiert, hier sind allenfalls mäßige Effekte zu erwarten.

Viele Grüße

Dietrich van Calker

Änderungen zum 1. Januar 2016 – Änderung der Nr. 6 der Präambel 2.1 zum Anhang 2 EBM

  1. Abweichend von Nr. 8 der Präambel zum Abschnitt 31.2 und Nr. 4 der Präambel zum Abschnitt 36.2 sind die Gebührenordnungspositionen zu den OP-Codes 5-757, 5-758.1, 5-758.5 bis 5-758.8 am Operationstag neben den Gebührenordnungspositionen des Kapitels Abschnitts 8.4 sowie neben der Gebührenordnungsposition 08231 berechnungsfähig

Änderungen zum 1. Januar 2016 – Aufnahme einer Kostenpauschale 40584 in den Abschnitt 40.10

40584 Kostenpauschale für die Sachkosten im Zusammenhang mit der Erbringung der Leistungen entsprechend der Gebührenordnungspositionen 34700 bis 34703 bei Verwendung von 18F-Fluordesoxyglukose 255,00 Euro
Anmerkung In der Kostenpauschale 40584 sind alle Kosten, einschließlich der Transportkosten, enthalten.

Änderungen zum 1. Januar 2016 -Neuaufnahme der Zuschläge 35251, 35252, 35253 in Kapitel 35.2

Die Gebührenordnungsposition 35251, 35252 und 35252 werden durch die zuständige Kassenärztliche Vereinigung zugesetzt und gemäß Nummer 4 der Präambel zum Abschnitt 35.2 bewertet.

35251 Zuschlag I zu den EBM Nrn. 35200, 35201, 35210, 35220 und 35221 gemäß der Nummer 2 der Präambel zu Abschnitt 35.2 143 Pkt. 14,92 Euro
35252 Zuschlag II  zu den EBM Nrn. 35202, 35203, 35211, 35222, 35223, 35224 und 35225 gemäß der Nr. 2 der Präambel zu Abschnitt 35.2 58 Pkt. 6,05 Euro
35253 Zuschlag III zu den EBM Nrn. 35205, 35208 und 35212 gemäß der Nr. 2 der Präambel zu Abschnitt 35.2 114 Pkt. 11,90 Euro

Änderungen zum 1. Januar 2016 – Änderung der Bewertung der Leistungen im Kapitel 35.2 Antragspflichtige Leistungen

EBM Nr. Alte Punktzahl Erhöhte neue Punktzahl Neuer Eurobetrag
35200 819 841 87,77
35201 819 841 87,77
35202 407 418 43,62
35203 407 418 43,62
35205 814 836 87,25
35208 814 836 87,25
35210 819 841 87,77
35211 407 418 43,62
35212 814 836 87,25
35220 819 841 87,77
35221 819 841 87,77
35222 407 418 43,62
35223 407 418 43,62
35224 205 211 22,02
35225 205 211 22,02

Änderungen zum 1.Januar 2016 – Aufnahme eines Abschnittes 34.7 in das Kapitel 34

34.7   Diagnostische Positronenemissionstomographie (PET), Diagnostische Positronenemissionstomographie mit Computertomographie (PET/CT)

1.    Die Gebührenordnungspositionen dieses Abschnitts können ausschließlich von Fachärzten für Nuklearmedizin und Fachärzten für Radiologie abgerechnet werden, die über eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung gemäß der Qualitätssicherungsvereinbarung gemäß § 135 Abs. 2 SGB V zu den Leistungen dieses Abschnitts verfügen (bis zum Inkrafttreten der Qualitätssicherungsvereinbarung gemäß § 135 Abs. 2 SGB V gilt: „die über eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung zur Ausführung und Abrechnung der Leistungen gemäß Nr. 14 der Anlage 1 „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses verfügen“). Bis zum 30. Juni 2016 sind die Gebührenordnungspositionen dieses Abschnitts auch ohne eine Genehmigung gemäß Qualitätssicherungsvereinbarung gemäß § 135 Abs. 2 SGB V zu den Leistungen dieses Abschnitts berechnungsfähig.2.    Die Berechnung der Gebührenordnungspositionen 34701 und 34703 sowie der Gebührenordnungspositionen 34700 und 34702, sofern eine Niedrigdosis-Computertomographie durchgeführt wird, setzt eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung gemäß der Vereinbarung zur Strahlendiagnostik und -therapie gemäß § 135 Abs. 2 SGB V voraus.

3.    Die Gebührenordnungspositionen dieses Abschnitts sind abweichend von Nr. 1 und Nr. 2 der Präambel 34.1 nur dann berechnungsfähig, wenn ihre Durchführung gemäß Nr. 14 der Anlage 1 „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses, nach Maßgabe der Strahlenschutzverordnung, der Richtlinie nach der Strahlenschutzverordnung, der Röntgenverordnung, des Medizinproduktegesetzes und der Medizinprodukte-Betreiberverordnung erfolgt.

4.    Die Gebührenordnungspositionen dieses Abschnitts sind nur berechnungsfähig bei Vorliegen mindestens einer der in § 1 Nr. 14 der Anlage 1 „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses genannten Indikationen.

5.    Kontrastmitteleinbringungen sind Bestandteil der Gebührenordnungspositionen.

Kommentar

Nachdem der Gemeinsame Bundesausschuss im Januar 2007 die PET in die Anlage 1 „Anerkannte Untersuchungs- und Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztlicher Versorgung beschlossen und das Indikationsspektrum kontinuierlich fortentwickelt hatte, wurde der EBM mit Wirkung zum 1.1.2016 um den Abschnitt 34.7 (PET und PET/CT) erweitert

Pkt. 1: Die Erbringung und Abrechnung von Leistungen des Abschnitts 34.7 ist nur möglich durch Fachärzte für Nuklearmedizin und Fachärzte für Radiologie mit einer vorherigen Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung nach der Qualitätssicherungsvereinbarung gemäß § 135 Abs. 2 SGB V zu den Leistungen dieses Abschnitts bzw., solange diese Qualitätssicherungsvereinbarung noch nicht in Kraft ist – längstens jedoch bis zum 30.6.2016 – Auch mit einer Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung zur Ausführung und Abrechnung der Leistungen gemäß Nr. 14 der Anlage 1 „Anerkannte Untersuchungs- und Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztlicher Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses.

zu Pkt. 2 :Sofern bei den Leistungen nach Nrn. 34701, 34703, 34700 und 34702 eine Niedrigdosis-Computertomographie durchgeführt wird ist von den in Nr. 1 genannten Ärzten lediglich Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung gemäß der Vereinbarung zur Strahlendiagnostik und –therapie gemäß § 135 Abs. 2 SGB erforderlich.

zu Pkt. 3: Ferner setzt die Abrechnung der Leistungen dieses Abschnittes eine Beachtung der Nr. 14 der Anlage 1 „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztlicher Versorgung des gemeinsamen Bundesausschusses, nach Maßgabe der Strahlenschutzverordnung, der Richtlinie nach der Strahlenschutzverordnung, der Röntgenverordnung, des Medizinproduktegesetzes und der Medizinprodukte-Betreiberverordnung voraus.

zu Pkt. 4: Schließlich muss mindestens eine der in §1 Nr. 14 der Anlage 1 „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztlicher Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses genannten Indikationen vorliegen.

34700-34701       18F-Fluordesoxyglukose-Positronenemissionstomographie (PET)     des Körperstammes mit technischer Bildfusion einer diagnostischen Computertomographie (CT)
Obligater Leistungsinhalt

  • Untersuchung von Schädelbasis bis proximaler Oberschenkel,
    Schwächungskorrektur,
  • Quantitative Auswertung der Daten mittels Standardized-Uptake-Value (SUV),
  • Rotierende MIP-Projektion der Daten,
  • Befundung und interdisziplinäre Befundbesprechung,
Fakultativer Leistungsinhalt

  • Niedrigdosis-Computertomographie,
  • Untersuchung in weiteren Bettpositionen,
  • Ergänzende Spätuntersuchungen,
Abrechnungsbestimmung einmal im Behandlungsfall
Anmerkung

Die Gebührenordnungsposition 34701 ist nicht berechnungsfähig, wenn in demselben Quartal eine diagnostische Computertomographie des Körperstammes durchgeführt wurde. Dies gilt auch, wenn die diagnostische Computertomographie in einer anderen Praxis durchgeführt wurde.
Entgegen Nr. 4.3.2 der Allgemeinen Bestimmungen kann die Gebührenordnungsposition 34700 auch dann berechnet werden, wenn die Arztpraxis nicht über die Möglichkeit zur Durchführung einer Niedrigdosis-Computertomographie verfügt.
Die Berechnung der Gebührenordnungspositionen 34700 und 34701 im Behandlungsfall neben den Gebührenordnungspositionen 34702 und 34703 setzt eine ausführliche Begründung der medizinischen Notwendigkeit im Einzelfall voraus.
Die Gebührenordnungspositionen 34700 und 34701 sind im Behandlungsfall nicht nebeneinander berechnungsfähig.

34700 * bei Vorliegen von diagnostischen CT-Untersuchungen 4456 Punkte
465,03 €
34701 * mit diagnostischer CT 5653 Punkte
589,95 €
34702-34703  18F-Fluordesoxyglukose-Positronenemissionstomographie (PET) von Teilen des Körperstammes mit technischer Bildfusion einer diagnostischen Computertomographie (CT)
Obligater Leistungsinhalt

  • Untersuchung in einem auf das Tumorgeschehen begrenzten Untersuchungsfeld in einer Bettposition,
  • Schwächungskorrektur,
  • Quantitative Auswertung der Daten mittels Standardized-Uptake-Value (SUV),
  • Rotierende MIP-Projektion der Daten,
  • Befundung und interdisziplinäre Befundbesprechung,
Fakultativer Leistungsinhalt

  • Niedrigdosis-Computertomographie,
  • Untersuchung in weiteren Bettpositionen,
  • Ergänzende Spätuntersuchungen,
Abrechnungsbestimmung einmal im Behandlungsfall
Anmerkung

Die Gebührenordnungsposition 34703 ist nicht berechnungsfähig, wenn in demselben Quartal eine diagnostische Computertomographie des Körperstammes durchgeführt wurde. Dies gilt auch, wenn die diagnostische Computertomographie in einer anderen Praxis durchgeführt wurde.

Entgegen Nr. 4.3.2 der Allgemeinen Bestimmungen kann die Gebührenordnungsposition 34702 auch dann berechnet werden, wenn die Arztpraxis nicht über die Möglichkeit zur Durchführung einer Niedrigdosis-Computertomographie verfügt.

Die Berechnung der Gebührenordnungspositionen 34702 und 34703 im Behandlungsfall neben den Gebührenordnungspositionen 34700 und 34701 setzt eine ausführliche Begründung der medizinischen Notwendigkeit im Einzelfall voraus.

Die Gebührenordnungspositionen 34702 und 34703 sind im Behandlungsfall nicht nebeneinander berechnungsfähig.

34702 * bei Vorliegen von diagnostischen CT-Untersuchungen 3565 Punkte
372,05 €

34703 * mit diagnostischer CT                                          4523 Punkte
472,02 €

Änderungen zum 1.Januar 2016 – Änderung der Leistungslegenden der Gebührenordnungs-positionen 26310 und 26311 im Abschnitte 26.3 EBM

26310 Urethro(-zysto)skopie des Mannes oder bei Personen mit nicht festgelegter Geschlechtszuordnung gemäß Allgemeiner Bestimmung 4.2.1 444 Punkte
46,34 €

Kommentar: Entscheidungserhebliche Gründe des Bewertungsausschusses zu EBM Nrn. 26310 und 26311veröffentlich von der KBV:

…“2. Regelungshintergründe und -inhalt

Der Gesetzgeber hat durch das Personenstandsrechts-Änderungsgesetz (PStRÄndG) das Personenstandsgesetz (PStG) mit Wirkung zum 1. November 2013 geändert. Der neu aufgenommene § 22 Absatz 3 PStG sieht vor, dass die Eintragung eines Neugeborenen in das Geburtenregister ohne Angabe des Geschlechts zu erfolgen hat, wenn das Kind weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden kann.

Mit dem vorliegenden Beschluss erfolgt die Aufnahme einer Nr. 4.2.1 in die Allgemeinen Bestimmungen zum EBM zur Regelung der Abrechnung geschlechtsspezifischer Gebührenordnungspositionen bei Personen mit nicht festgelegter Geschlechtszuordnung. Des Weiteren wurden in diesem Zusammenhang die Leistungslegenden der Gebührenordnungspositionen 26310 und 26311 (Urethro(-zysto)skopie des Mannes bzw. der Frau) konkretisiert.

  1. Inkrafttreten

Der Beschluss tritt mit Wirkung zum 1. Januar 2016 in Kraft…“

26311 Urethro(-zysto)skopie der Frau oder bei Personen mit nicht festgelegter Geschlechtszuordnung gemäß Allgemeiner Bestimmung 4.2.1 272 Punkte
28,39 €

Kommentar: Siehe zu Nr. 26310

Änderungen zum 1.Januar 2016 – Änderung der Nr. 1 der Präambel 25.1 EBM

  1. Die in diesem Kapitel aufgeführten Gebührenordnungspositionen können ausschließlich von Fachärzten für Strahlentherapie und Vertragsärzten, die über eine Genehmigung zur Ausführung und Abrechnung strahlen-therapeutischer Leistungen gemäß der Vereinbarungen zur Strahlendiagnostik und -therapie gemäß § 135 Abs. SGB V verfügen, berechnet werden. Für Vertragsärzte, die über eine Genehmigung zur Ausführung und Abrechnung strahlentherapeutischer Leistungen gemäß der Vereinbarungen zur Strahlen-diagnostik und -therapie gemäß § 135 Abs. 2 SGB V verfügen, sind die Gebührenordnungspositionen 25210 bis 25213, 25211 und 25213 nicht berechnungsfähig.

Änderungen zum 1.Januar 2016 – 3.2.1.2 Versorgungsbereichsspezifische Vorhaltung, ärztlich angeordnete Hilfeleistungen

Hinweis:

Hausärztliche Zusatzpauschale EBM Nr. 03040

Wird von der KV zur Versichertenpauschale nach GOP 03000/ 04000, nach 03010/ 04010 im Vertretungsfall

und nach 03030/04030 automatisch zugesetzt bei allen Patienten, bei denen keine der folgenden

„hausarztuntypischen“ Leistungen abgerechnet werden:

  • Schmerztherapie (Abschnitte 30.7.1 und 30.7.2 EBM)
  • Akupunktur (Abschnitt 30.7.3 EBM)
  • Psychotherapie (Abschnitte 35.1 und 35.2 EBM), außer Psychosomatik
  • Phlebologie (Abschnitt 30.5 EBM)
  • Schlafstörungsdiagnostik (Abschnitt 30.9 EBM)
  • „Onkologie-Vereinbarung“ (Symbol-Nr. 86510 ff.)
  • Fachärztliche Leistungen („KO-Katalog“)
  • Transcodierungsliste der K.O.-Leistungen gemäß § 6 Anlage 5 BMV-Ä

 Zu beachten

  • Im Vertretungsfall mit 03010/ 04010 und Verbindung mit der 03030/04030 bei einmaligem Ansatz erfolgt ein Abschlag von 50 Prozent

Änderungen zum 1.Januar 2016 – Änderung der Abrechnungsausschlüsse „im Krankheitsfall“

Hinweis: Kurze Änderungen/ Streichungen innerhalb schon bestehender Texte sehen Sie in der Regel in Fettdruck und/oder mit gelbem Raster

 

Änderung der Abrechnungsausschlüsse  „im Krankheitsfall“ bei den folgenden EBM Nrn. – aufgenommen sind die neuen Nrn.:

01790 Humangenetische Beurteilung

Abrechnungsausschlüsse

im Krankheitsfall 11230, 11233

 

01791 Humangenetische Beurteilung nach Fremdbefunden

Abrechnungsausschlüsse

im Krankheitsfall 11230, 11233, 11310, 11311, 11312, 11320, 11321, 11322

 

01792  Ausführliche humangenetische Beurteilung wegen evidentem genetischen   und/ oder teratogenem Risiko

Abrechnungsausschlüsse

im Krankheitsfall 11230, 11233

 

01793 Pränatale zytogenetische Untersuchung(en) im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge

Abrechnungsausschlüsse

im Krankheitsfall 11320, 11321, 11322

Weitere  Änderung der Abrechnungsausschlüsse 

01835 Humangenetische Beurteilung

Abrechnungsausschlüsse im Krankheitsfall    11230, 11233

 

01836 Humangenetische Beurteilung nach Fremdbefunden

Abrechnungsausschluss im Krankheitsfall    11230, 11233, 11310, 11311, 11312, 11320, 11321, 11322

 

01837 Ausführliche humangenetische Beurteilung wegen evidenten genetischen und/oder teratogenem Risiko

Abrechnungsausschluss im Krankheitsfall    11230, 11233

 

  01838 Postnatale zytogenetische Untersuchung

Abrechnungsausschluss im Krankheitsfall    01600, 01601

 

Änderungen der Ausschlüsse  im Kapitel 8 – aufgenommen sind die aktuellen Nrn.:

08570 Humangenetische Abklärung

Abrechnungsausschluss im Krankheitsfall    11230, 11233

 

08571 Ausführliches schriftliches wissenschaftlich begründetes humangenetisches Gutachten   

 Abrechnungsausschluss im Krankheitsfall    11230, 11233, 11310

 

08572 Humangenetische Beratung und Begutachtung    

Abrechnungsausschluss im Behandlungsfall 01790, 01791, 01792, 01835, 01836, 01837, 08570, 08571, 11230, 11233

 

08573 Chromosomenanalyse

Abrechnungsausschluss im Behandlungsfall 01791, 01793, 01836, 01838, 11310, 11311

 

  • Löschung der EBM Nrn. 03010 und /oder 04010 aus folgenden Ausschlüssen

Bei den EBM Nrn. 01436, 01600, 01601, 03000, 03030 und im Kapitel 3.2.1.2 müssen folgende Ausschlüsse gelöscht werden: EBM Nrn. 03010 und/oder 04010

01436  Konsultationspauschale                                 

Abrechnungsausschluss in derselben Sitzung 03000, 03010, 03030, 04000, 04010, 04030 und 30700

 

01600  Ärztlicher Bericht über Patientenuntersuchung

Abrechnungsausschluss im Behandlungsfall 01790, 01791, 01792, 01793, 01835, 01836, 01837, 03000, 03010, 03030, 04000, 04010, 04030, 25213, 30700

 

01601 Ärztlicher Brief in Form einer individuellen schriftlichen Information des

Arztes an einen anderen Arzt Über den Gesundheits- bzw. Krankheitszustand des Patienten                         

Abrechnungsausschluss im Behandlungsfall 01790, 01791, 01792, 01793, 01835, 01836, 01837, 03000, 03030, 04000, 04010, 04030, 25213, 25214, 30700

 

03000 Versichertenpauschale                                                                        

Abrechnungsausschluss im Behandlungsfall 01600, 01601, 03010, 03030

 

03030  Versichertenpauschale bei unvorhergesehener Inanspruchnahme

Abrechnungsausschluss im Behandlungsfall 01600, 01601, 03000, 03010

Änderungen zum 1.Januar 2016 – Änderung der Nr. 6 der Präambel des Abschnitts 12.1 EBM

  1. Außer den in diesem Kapitel genannten Gebührenordnungspositionen sind bei Vorliegen der entsprechenden Qualifikationsvoraussetzungen von Fachärzten für Transfusionsmedizin zusätzlich die Gebührenordnungspositionen 02110, 02111,

02112, 04572, 04573 und 13620 bis 13622 berechnungsfähig. Bei Berechnung der Gebührenordnungspositionen 04572, 04573 und 13620 bis 13622 sind abweichend von Nr. 2 dieser Präambel zusätzlich die Gebührenordnungspositionen 01100, 01101, 01321, 01411, 01412 und 01415 berechnungsfähig.

Änderungen zum 1.Januar 2016 – Änderung der Leistungslegende der Gebührenordnungsposition 01602 im Abschnitt 1.6 EBM

Hinweis: Kurze Änderungen/ Streichungen innerhalb schon bestehender Texte sehen Sie in der Regel in Fettdruck und/oder mit gelbem Raster

01602 Mehrfertigung (z. B. Kopie) eines Berichtes oder Briefes an den Hausarzt 12  Punkte
1,23 €
Gebührenordnungsposition für die Mehrfertigung (z. B. Kopie) eines Berichtes oder Briefes nach den Nrn. Gebührenpositionen 01600, 01601, 01790, 01791, 01792, 01835, 01836, 01837, 08570, 08571, 08572, 11230, 11231 oder 11232  11233 an den Hausarzt gemäß § 73 Abs. 1b SGB V.

Änderungen zum 1.Januar 2016 – Aufnahme einer Nr. 4.2.1 in die Allgemeinen Bestimmungen zum EBM

 

4.2.1 Abrechnung geschlechtsspezifischer Gebührenordnungspositionen bei Personen mit nicht festgelegter Geschlechtszuordnung
Geschlechtsspezifische Gebührenordnungspositionen sind, bei Personen mit nicht festgelegter Geschlechtszuordnung und der Kennzeichnung „X“ für das unbestimmte Geschlecht auf der elektronischen Gesundheitskarte, entsprechend dem organbezogenen Befund (z. B. bei Vorliegen von Testes, Ovarien) berechnungsfähig. Für Urethro(-zysto)skopien sind die Gebührenordnungspositionen 08311 oder 26311 bei überwiegend interner Lage der Urethra und einer Urethralänge bis zu 8 cm zu berechnen. Bei einer Urethralänge von mehr als 8 cm und/oder nicht überwiegend interner Lage der Urethra ist die Gebührenordnungsposition 26310 zu berechnen.

Allgemeine Informationen der KBV an die einzelnen Kassenärztlichen Vereinigungen zum 01.Januar 2016

Die folgenden Änderungen für das I. Quartale 2016 sind zusammen-gefasst den zahlreichen Beschlüssen des Bewertungsausschusses der KBV entnommen. (Hier in Ausschnitten und Kürzungen aufgeführt)

Zum 1. Januar 2016 werden im EBM

  • die Positronenemissionstomographie (PET) und die Positronenemissionstomographie mit Computertomographie (PET/CT) als neue Leistungen aufgenommen, PET / PET/CT

 

  • Für die neuen Leistungen der diagnostischen Positronenemissions-tomographie (PET) und der diagnostischen Positronenemissions-tomographie mit Computertomographie (PET/CT) wird der EBM um einen Abschnitt 34.7 erweitert. Die vier neuen Gebührenordnungspositionen (GOP) sind differenziert in Bezug auf das Untersuchungsfeld und dem (Nicht-)Vorliegen einer diagnostischen Computertomographie (CT), sodass unterschiedliche Bewertungen resultieren:

 

  • PET des Körperstammes bei Vorliegen von diagnostischen CT-Untersuchungen: GOP 34700 (4.456 Punkte) mit gleichzeitiger diagnostischer CT: GOP 34701 (5.653 Punkte) PET von Teilen des Körperstammes

 

– bei Vorliegen von diagnostischen CT-Untersuchungen: GOP 34702 (3.565 Punkte)

– mit gleichzeitiger diagnostischer CT: GOP 34703 (4.523 Punkte)

Die Einführung der GOP 34700 bis 34703 wird verbunden mit dem Ziel, eine entsprechende Qualitätssicherungsvereinbarung nach § 135 Abs. 2 SGB V abzuschließen. Bis diese in Kraft ist, sind die GOP auch ohne Genehmigung berechnungsfähig – längstens bis zum 30. Juni 2016.

 

  • Kostenpauschale bei Verwendung des Radionuklids 18F-Fluordesoxyglukose

Ebenfalls zum 1. Januar 2016 wird die Kostenpauschale 40584 (255 Euro) in den Abschnitt 40.10 aufgenommen. Sie ist für Sachkosten im Zusammenhang mit den neuen GOP 34700 bis 34703 bei Verwendung des Radionuklids 18F-Fluordesoxyglukose berechnungsfähig.

 

 

  • Abrechnung geschlechtsspezifischer Gebührenordnungspositionen (GOP) bei Personen mit nicht festgelegter Geschlechtszuordnung

Zum 1. Januar 2016 wird eine neue Nr. 4.2.1 in die Allgemeinen Bestimmungen zum EBM aufgenommen, die die Abrechnung geschlechtsspezifischer Positionen bei Personen mit nicht festgelegter Geschlechtszuordnung und der Kennzeichnung „X“ für das unbestimmte Geschlecht auf der elektronischen Gesundheitskarte regelt. In diesem Zusammenhang wurden auch die Leistungslegenden der GOP 26310 und 26311 (Urethra(-zysto)skopie des Mannes bzw. der Frau) konkretisiert – siehe unten)

Hintergrund: Der Gesetzgeber hat durch das Personenstandsrechts-Änderungsgesetz das Personenstandsgesetz (PStG) mit Wirkung zum 1. November 2013 geändert. Der neu aufgenommene § 22 Abs. 3 PStG sieht vor, dass die Eintragung eines Neugeborenen in das Geburtenregister ohne Angabe des Geschlechts zu erfolgen hat, wenn das Kind weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden kann.

weitere Beschlüsse betreffen u.a.

  • den Ausgangswert für die regional zu bestimmenden Bereinigungsfallwerte für die ASV-Indikation Marfan-Syndrom,

 

  • Keine Beschlüsse erfolgten zur Änderung des EBM aufgrund des Hospiz- und

Palliativgesetzes, zur Anpassung des EBM-Abschnitts 30.8 (Soziotherapie) sowie zur Änderung des EBA-Beschlusses zur Neubewertung der antrags- und genehmigungspflichtigen psychotherapeutischen Leistungen.

Rechtsprechung – GOÄ zu NR. 1055

Aufklärung über Versagerquote bei Sterilisation

Ein behandelndes Krankenhaus haftet dann nicht für eine nach einer Sterilisation eingetretene, ungewollte Schwangerschaft, wenn die behandelte Patientin über eine verbleibende Versagerquote zutreffend informiert worden ist.

In der Schwangerschaft könne sich die auch bei einer fachgerechten Sterilisation verbleibende Versagerquote schicksalhaft realisiert haben. Nach der Vernehmung des behandelnden Arztes stehe fest, dass er die Klägerin mündlich zutreffend auf eine Versagerquote von 4 in 1.000 Fällen hingewiesen habe. Für die gebotene therapeutische Aufklärung sei das ausreichend. Die Patientin wisse dann, dass das Risiko einer Schwangerschaft in dem genannten Promillebereich fortbestehe und sie weitere Verhütungsmaßnahmen ergreifen müsse, wenn sie einen einhundertprozentigen Sicherheitsstandard anstrebe.

Oberlandesgericht Hamm, 17.06.2014 – AZ:  26 U 112/13 –                     

Entscheidungsjahr: 2014

Rechtsprechung – GOÄ Kapitel M Laboratoriumsuntersuchungen Allgemeinen Bestimmungen

Wirtschaftliche Aufklärung bei nicht notwendigen Laborleistungen

Ist bei einer Behandlung die medizinische Notwendigkeit nicht gegeben, darf der Arzt diese Leistung nur auf Verlangen des Patienten erbringen. Erforderlich ist dann aber eine vorherige Aufklärung des Patienten darüber, dass die Behandlung medizinisch nicht erforderlich und daher auch die Erstattung durch die Krankenkasse fraglich sei. Vgl. dazu OLG München, 08.02.2012, AZ: 1 U 45/11 und nunmehr auch § 630c Abs.3 Patientenrechtegesetz.

Die Pflicht zur wirtschaftlichen Aufklärung hat ein Arzt auch, wenn er einen Laborarzt im Namen des Patienten mit nicht medizinisch erforderlichen Laboruntersuchungen beauftragt.

Diese Pflicht besteht nur dann nicht, wenn der beauftragte Arzt eine Beurteilung von Untersuchungen und Behandlung selbständig vornimmt.

Aktenzeichen: OLG Köln. 18.09.2013, AZ: 5 U 40/13

Entscheidungsjahr: 2013

Rechtsprechung – GOÄ zu § 4

Vereinbarung über wahlärztliche Leistungen gilt für alle an der Behandlung des Patienten beteiligten angestellten oder beamteten Ärzte des Krankenhauses

Nach  § 17 Abs. 3 Satz 1 KHEntgG  erstreckt sich eine Vereinbarung über wahlärztliche Leistungen auf alle an der Behandlung des Patienten beteiligten angestellten oder beamteten Ärzte des Krankenhauses, soweit diese zur gesonderten Berechnung ihrer Leistungen im Rahmen der vollstationären und teilstationären Behandlung (§ 115a SGB V) berechtigt sind. Nach dem eindeutigen Wortlaut des § 17 Abs. 3 Satz 1 KHEntgG  gilt eine Wahlleistung nicht für niedergelassene Honorarärzte, die auf Grund eines Kooperationsvertrags im Krankenhaus tätig werden, ohne dort angestellt zu sein; denn sie sind weder Beamte noch Angestellte des Krankenhauses.. Hiervon kann auch nicht im Wege einer unmittelbar zwischen dem behandelnden (nicht liquidationsberechtigten) Honorararzt und dem Patienten zustande gekommenen individuellen Vergütungsabrede abgewichen werden. Eine individuell getroffene „Vereinbarung über Behandlung gegen Privatrechnung“ ist gemäß § 134 BGB nichtig

Aktenzeichen: BGH, 16.10.2014, AZ: III ZR 85/14                                                          Entscheidungsjahr: 2014

Rechtsprechung – GOÄ zu § 6

Analogabrechnung  – unzulässige Umgehung durch Honorarabrede

Es ist unzulässig, bei einer Arztleistung, die nicht in der GOÄ enthalten ist, die Bedingungen des § 6 Abs.2 GOÄ zu umgehen, in dem eine Honorarvereinbarung mit entsprechender Vergütung aufgesetzt wird.

Eine Analogabrechnung nach § 6 Abs.2 GOÄ ist nur zulässig, wenn eine selbständige Leistung vorliegt.

Aktenzeichen: LG Gießen, 03.07.2002, AZ: 1 S 164/02

Entscheidungsjahr: 2002

GOÄ-Ratgeber – Aktualisierung der Empfehlungen der BÄK – Abschnitt „O“: Strahlendiagnostik, Nuklearmedizin, Magnetresonanz-tomographie und Strahlentherapie

GOÄ Nr. 5855 analog – IMRT: Abrechnung ohne Mengenbegrenzung

Deutsches Ärzteblatt 112, Heft 3 (2015), S. A-100

http://www.bundesaerztekammer.de/aerzte/gebuehrenordnung/goae-ratgeber/abschnitt-o-strahlendiagnostik-nuklearmedizin-magnetresonanztomographie-und-strahlentherapie/imrt/

GOÄ-Ratgeber – Aktualisierung der Empfehlungen der BÄK – Abschnitt „F“: Innere Medizin, Kinderheilkunde, Dermatologie

GOÄ Nr. 631 – Zum analogen Ansatz der Nr. 631 GOÄ bei herzchirurgischen Operationen

Deutsches Ärzteblatt 111, Heft 46 (14.11.2014), S. A-2031

http://www.bundesaerztekammer.de/aerzte/gebuehrenordnung/goae-ratgeber/abschnitt-f-innere-medizin-kinderheilkunde-dermatologie/analoger-ansatz-nr-631/

GOÄ-Ratgeber – Aktualisierung der Empfehlungen der BÄK – Abschnitt „C“: Nichtgebietsbezogene Sonderleistungen

GOÄ Nrn. 265, 252 – Auffüllen eines implantierten Medikamentenreservoir

Deutsches Ärzteblatt 111 (17.10.2014), S. A-1825

http://www.bundesaerztekammer.de/aerzte/gebuehrenordnung/goae-ratgeber/abschnitt-c-nichtgebietsbezogene-sonderleistungen/medikamentenreservoir/

GOÄ-Ratgeber – Aktualisierung der Empfehlungen der BÄK – Abschnitt „B“: Grundleistungen und allgemeine Leistungen

GOÄ Nr. 30 – Homöopathische Erstanamnese – spezielle Formulierungen

Deutsches Ärzteblatt 111; Heft 27-28(07.07.2014), S. A-1267

http://www.bundesaerztekammer.de/aerzte/gebuehrenordnung/goae-ratgeber/abschnitt-b-grundleistungen-und-allgemeine-leistungen/homoeopathische-erstanamnese/

GOÄ-Ratgeber – Aktualisierung der Empfehlungen der BÄK – Die einzelnen Vorschriften der GOÄ – Paragraphen

  • § 5: Bemessung der Gebühren für Leistungen des Gebührenverzeichnisses

Der Begriff des „Krankheitsfalls“ in der GOÄ

Deutsches Ärzteblatt 111, Heft 35-36 (01.09.2014), S. A-1482

http://www.bundesaerztekammer.de/aerzte/gebuehrenordnung/goae-ratgeber/5-bemessung-der-gebuehren-fuer-leistungen-des-gebuehrenverzeichnisses/krankheitsfall/

  •  § 6: Gebühren für andere Leistungen – Analogbewertungen und Übergriffsrecht GOZ

Analogabrechnung: Bezugnahme auf bestehende Analogpositionen

Deutsches Ärzteblatt 111, Heft 40 (03.10.2014), S. A-1712

http://www.bundesaerztekammer.de/aerzte/gebuehrenordnung/goae-ratgeber/6/bestehende-analogpositionen/

Änderungen und Kommentar-Aktualisierungen zu den Vordrucken

110 Vordruck F 1100 – Auskunft Behandlung

Berichtsgebühr: EUR 8,04

 Kommentar:

Als Bestandteil der Hauptleistung und daher nicht gesondert abrechenbar sind:

  • der OP-Bericht im Wortlaut (Nr.1 der Allg. Best. zu Teil B.VI; § 11 Abs.2 Vbg-DKG)
    • der Arthroskopiebericht (Nr.1 der Allg. Best. zu Teil B.VI)
    • das Anästhesieprotokoll (Nr.1 der Allg. Best. zu Teil B.VI)
  • stationäre Entlassungsbericht ( 11 Abs.2 Vbg-DKG)
  • der radiologische Befundbericht (Nr.3 der Allg. Best. zu Teil O)
  • der einfache neurologische Befundbericht (Nr. 1 der Allgemeinen Bestimmungen zu Teil B. VI)
  • das Sektionsprotokoll (Nr. II 1 letzter Absatz des Pathologen-Abkommens)
  • histologischer Befund (Nr.1 der Allg. Best. zu Teil B.VI)
  • Befundbericht Alkoholbestimmung (Zusatzbestimmung zu Nr. 251a)
  • Laborbefund (Nr. 1 Satz 1 der Allg. Best. zu Teil M)

Siehe hierzu auch Kommentar zu § 5 Vertrag Ärzte/Unfallversicherungs-träger.

 Ausschluss:

Neben Nr. 110 sind folgende Nrn. nicht abrechnungsfähig: 251a, 3500-4787; 4800-4873; 5000-5855

 

115 Vordruck F 2100 – Zwischenbericht bei besonderer Heilbehandlung

Berichtsgebühr: EUR 10.00

 Kommentar:

Ein D-Arzt oder nach § 37 Abs. 3 ÄV zugelassener Handchirurg, der bisher allgemeine Heilbehandlung durchgeführt hat und nun die Einleitung einer besonderen Heilbehandlung für erforderlich hält, erstattet einen Nachschaubericht (Formtext F 2106) und füllt Punkt 4 dieses Berichtes entsprechend aus. Die Einleitung der besonderen Heilbehandlung und deren Dokumentation durch die Erstattung eines Zwischenberichtes sind mit dem Formtext F 2100 bzw. im Ärztevertrag nicht vorgesehen. In diesem Fall ist die Korrektur der Gebühr für den Zwischenbericht (Nr.115) auf die Gebühr des Nachschauberichtes (Nr.134) durch den UV-Träger zulässig. Ein Zwischenbericht ist vom UV-Träger nur dann zu vergüten, wenn neben der Einleitung einer besonderen Heilbehandlung gleichzeitig eine Besonderheit im Behandlungsfall (§ 16 ÄV) angezeigt wird.

Der Zwischenbericht kann auch in freier Form erstattet werden. Folgende Angaben müssen – wie im Formtext der DGUV – auch im freien Zwischenbericht enthalten sein:

  • aktueller Befund und bisheriger Verlauf
  • Angaben zu Komplikationen und deren Auswirkung auf die Arbeitsunfähigkeitsdauer
  • geplanten Diagnostik- und Behandlungsmaßnahmen
  • Hinzuziehung weiterer Ärzte zur Diagnoseklärung und/oder Mitbehandlung
  • Hinweise möglicher psychischer Gesundheitsschäden
  • geplante Übungsbehandlungen (z.B. Ergo- und Physiotherapie, EAP, BGSW)
  • vom Unfall unabhängige Gesundheitsschäden, die für die Beurteilung des medizinischen Ursachenzusammenhanges von Bedeutung sein könnten.
  • zum (voraussichtlichen) Behandlungsabschluss
  • zur (voraussichtlichen) Dauer der Arbeitsunfähigkeit
  • zur Fähigkeit, die bisherige Tätigkeit wieder ausüben zu können
  • zu besonderen Maßnahmen zur schnelleren Wiedereingliederung in das Erwerbsleben
  • zur Erforderlichkeit einer Arbeits- und Belastungserprobung zur Erforderlichkeit einer Beratung durch einen Mitarbeiter des UV-Trägers

 

117 Vordruck F 1110 – Auskunft Zweifel Arbeitsunfall/ Ursachenzusammenhang – Berichtsgebühr: EUR 16,14

 Kommentar:

Die Nr. 117 ist neben der Auskunft Zweifel Arbeitsunfall/Ursachenzusammenhang auch noch abrechenbar für:

 

  1. die Einleitung einer Arbeits- und Belastungserprobung (Formtext F 3110) inkl. Arbeitsplatzbeschreibung (Formtext F 3112),
  2. die BGSW-Gesamtberichtsgebühr. Diese beinhaltet den BGSW-Aufnahmebericht (Formtext F 2152), den BGSW-Kurzbericht (Formtext F 2156), die Dokumentation Therapie BGSW (Formtext F 2158) und den ausführlicher ärztlichen BGSW-Entlassungsbericht (Formtext F 2160),
  3. die ABMR-Gesamtberichtsgebühr. Diese beinhaltet den ABMR Aufnahmebericht (Formtext F 2164) und den ABMR-Entlassungsbericht (Formtext F 2166).

Die Überweisung zur BGSW und zur ABMR werden als Bestandteil der D-Arzt-Tätigkeit eingestuft und ist sind daher nicht analog nach Nr. 117 zu vergüten.

Für den Bericht „Zweifel Arbeitsunfall/ Ursachenzusammenhang“ (Formtext F 1110) besteht Umsatzsteuerpflicht. Keine Umsatzsteuerpflicht besteht dagegen für den Formtexte zur Einleitung einer Belastungserprobung sowie die BGSW- und ABMR-Berichte. Schreibgebühren nach Nr. 190 sind abrechenbar.

 

119 Vordruck F 1114 – Ausführliche Auskunft Berichtsgebühr: EUR 20,68

 Kommentar:

Als Bestandteil der Hauptleistung und daher nicht gesondert abrechenbar sind:

– der OP-Bericht im Wortlaut (Nr.1 der Allg. Best. zu Teil B.VI; § 11 Abs.2 Vbg-DKG)

  • der Arthroskopiebericht (Nr.1 der Allg. Best. zu Teil B.VI)
  • das Anästhesieprotokoll (Nr.1 der Allg. Best. zu Teil B.VI)
  • der einfache neurologische Befundbericht ( Nr.1 der Allgemeinen Bestimmungen zu Teil B. VI
  • stationäre Entlassungsbericht ( 11 Abs.2 Vbg-DKG)
  • der radiologische Befundbericht (Nr.3 der Allg. Best. zu Teil O)
  • das Sektionsprotokoll (Nr. II 1 letzter Absatz des Pathologen-Abkommens)
  • histologischer Befund (Nr.1 der Allg. Best. zu Teil B.VI)
  • Befundbericht Alkoholbestimmung (Zusatzbestimmung zu Nr. 251a)
  • Laborbefund (Nr. 1 Satz 1 der Allg. Best. zu Teil M)

Schreibgebühren nach Nr. 190 sind abrechenbar.

 

Ausschluss:

Neben Nr. 119 sind folgende Nrn. nicht abrechnungsfähig: 251a, 3500-4787; 4800-4873; 5000-5855

 

120 Vordruck F 1116 – Ausführliche Auskunft, Augen Berichtsgebühr: EUR 20,68

 Kommentar:

Wird der Augenarztbericht gemäß § 57 Abs. 3 ÄV nicht unverzüglich erstattet (Eingang später als 8 Tage beim UV-Träger), besteht grundsätzlich kein Anspruch auf die Berichtsgebühr. Die Frist beginnt mit der Erstbehandlung zu Lasten des UV-Trägers.

Die Gebühr ist nicht analog für nachfolgende Berichte des Augenarztes zum Behandlungsverlauf abrechenbar.

Der UV-Träger hat dem Augenarzt bei der Anforderung eines Berichtes zum Behandlungsverlauf eine Berichtsgebühr gemäß § 57 Abs.1 ÄV anzubieten.

Bei Auskünften zur Behandlung erfolgt die Vergütung nach Nr. 110 und bei ausführlichen Auskünften nach Nr. 120 zzgl. Schreibgebühren nach Nr. 190. Dies gilt jeweils auch, wenn der Augenarzt einen Bericht von sich aus erstattet (z. B. bei Besonderheiten im Behandlungsverlauf gemäß § 16 ÄV). Ob die Nr. 110 oder Nr. 120 vergütet wird, hängt von Art, Umfang und Inhalt des Berichtes ab.

 

127 Vordruck F 1040 – Hals-Nasen-Ohrenarztbericht Berichtsgebühr: EUR 12,39

 

Kommentar:

Wird der HNO-Bericht gemäß § 57 Abs. 3 ÄV nicht unverzüglich erstattet (Eingang später als 8 Tage beim UV-Träger), besteht grundsätzlich kein Anspruch auf die Berichtsgebühr. Die Frist beginnt mit der Erstbehandlung zu Lasten des UV-Trägers.

Die Gebühr ist nicht analog für nachfolgende Berichte des HNO-Arztes zum Behandlungsverlauf abrechenbar.

Der UV-Träger hat dem HNO-Arzt bei der Anforderung eines Berichtes zum Behandlungsverlauf eine Berichtsgebühr gemäß § 57 Abs.1 ÄV anzubieten.

Bei Auskünften zur Behandlung erfolgt die Vergütung nach Nr. 110 und bei ausführlichen Auskünften nach Nr. 119 zzgl. Schreibgebühren nach Nr. 190. Dies gilt jeweils auch, wenn der HNO-Arzt einen Bericht von sich aus erstattet (z. B. bei Besonderheiten im Behandlungsverlauf gemäß § 16 ÄV). Ob die Nr. 110 oder Nr. 129 vergütet wird, hängt von Art, Umfang und Inhalt des Berichtes ab.

 

129 Vordruck F 6150 – Bericht Haut BK 5101 Berichtsgebühr: EUR 20,68

 

Kommentar:

Wenn das Verfahren zur Früherfassung berufsbedingter Hauterkrankungen der §§ 41 und 42 ÄV abgeschlossen ist, weil der Versicherte seine gefährdenden Tätigkeiten aufgegeben hat und eine BK Haut i.S.d. Nr.  5101 der Anlage zur BKV anerkannt wurde, erfolgt die Berichtserstattung ausschließlich über den Formtext F 6150.

 

130 Vordruck F 6050 – Hautarztbericht Berichtsgebühr: EUR 50,00
Mit der Gebühr sind die Untersuchungsleistungen abgegolten. Portoauslagen und Tests (§ 43 Vertrag Ärzte/UV-Träger) werden gesondert vergütet.

 

Kommentar:

Nur Hautärzte, Fachärzte für Arbeitsmedizin und Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin dürfen Hautarztberichte erstatten. Betriebsärzte dürfen alternativ zum Hautarztbericht auch den betriebsärztliche Gefährdungsbericht BK 5101 (Formtext F 5060-5101) erstatten, der aber nicht nach Nr. 130, sondern mit 30,- EUR zzgl. Umsatzsteuer und Porto vergütet wird (Quelle: Prof. Dr. Brandenburg, Hauptgeschäftsführer der BGW; 9. Bundesweiter Betriebsärztetag vom 23./24.02.2013.)

 

Die Regelung des § 57 Abs. 3 ÄV – unverzügliche Erstattung des Berichtes innerhalb von 8 Werktagen nach der Erstbehandlung – ist beim Hautarztbericht nicht anzuwenden. Im Rahmen des hautärztlichen Erstbehandlung festgestellte Begleitbeschwerden der Atemwege (z. B. Heuschnupfen etc.) sind nicht vom Behandlungsumfang des § 3 BKV erfasst und daher nicht durch den UV-Träger zu vergüten, so dass diese Behandlungen, Testungen etc. daher nur zu Lasten der Krankenkasse des Versicherten durchgeführt werden dürfen.

Sofern Hauterscheinungen innerhalb einer Arbeitsschicht auftreten (z.B. Sonnenbrand, Verätzungen, Verbrühungen etc.), liegt grundsätzlich ein Arbeitsunfall vor, so dass die Einleitung eines Hautarztverfahrens mit Formtext F 6050 nicht zulässig ist. Der Hautarzt ist in diesen Fällen an die vertraglichen Regelungen bei Arbeitsunfällen gebunden, die eine Überweisungspflicht an einen D-Arzt bei Arbeitsunfähigkeit über den Unfalltag hinaus und eine prognostischen Behandlungsbedürftigkeit über einer Woche vorsehen. Der Unfall ist dem UV-Träger mit Formtext F 1050 ärztliche Unfallmeldung anzuzeigen, wenn der Versicherte nicht überwiesen werden muss. Bei Arbeitsunfällen sind zudem umfangreiche Hauttestungen im Rahmen der Erstbehandlung nicht erforderlich und zweckmäßig im Sinne des § 8 Abs.1 ÄV.

 

131 Vordruck F 6052 – Hautarztbericht – Behandlungsverlauf – Berichtsgebühr: EUR 27,00
Mit der Gebühr sind die Untersuchungsleistungen abgegolten.

 Kommentar:

Nur die Untersuchungs- und/oder Beratungsleistungen (Nrn. 1 bis 10) des letzten Arzt/Patientenkontaktes vor der Erstattung des Hautarztverlaufsberichtes sind mit der Berichtsgebühr abgegolten. Ein bei diesem Arzt/Patientenkontakt ausgestelltes Wiederholungsrezept (Nr. 16) ist nicht neben Nr. 131 abrechenbar, da auch Untersuchungs- und/oder Beratungsleistungen durch den Arzt erbracht wurden. Wird der UV-Träger im Hautarztverlaufsbericht über mehrere Arzt/Patientenkontakte informiert, so sind die Untersuchungs- und/oder Beratungsleistungen (Nr.1 bis 10) mit Ausnahme des letzten Arzt/Patientenkontaktes grundsätzlich abrechenbar.

Im Rahmen des Hautarztverfahrens festgestellte Begleitbeschwerden der Atemwege (z. B. Heuschnupfen etc.) sind nicht vom Behandlungsumfang des § 3 BKV erfasst und daher nicht durch den UV-Träger zu vergüten. Die Behandlungen, Testungen etc. können daher nur zu Lasten der Krankenkasse des Versicherten durchgeführt werden. Wenn das Verfahren zur Früherfassung berufsbedingter Hauterkrankungen der §§ 41 und 42 ÄV abgeschlossen ist, weil der Versicherte seine gefährdenden Tätigkeiten aufgegeben hat und eine BK Haut i.S.d. Nr.  5101 der Anlage zur BKV anerkannt wurde, erfolgt die Berichtserstattung ausschließlich über den Formtext F 6150.

 

Ausschluss:

Neben Nr. 131 sind folgende Nrn. nicht abrechnungsfähig: 1–10, 16, 143

 

134 Vordruck F 2106 – Nachschaubericht -Berichtsgebühr: EUR 7,79

 Kommentar:

Wenn der D-Arzt die allgemeine Heilbehandlung selbst durchführt, ist gemäß § 29 ÄV grundsätzlich keine Berichtserstattung vorgesehen, es sei denn, es treten Besonderheiten im Behandlungsverlauf gemäß § 16 ÄV auf.

Ein D-Arzt oder nach § 37 Abs. 3 ÄV zugelassener Handchirurg, der bisher allgemeine Heilbehandlung durchgeführt hat und nun die Einleitung einer besonderen Heilbehandlung für erforderlich hält, erstattet einen Nachschaubericht und füllt Punkt 4 dieses Berichtes entsprechend aus. Die Einleitung der besonderen Heilbehandlung und deren Dokumentation durch die Erstattung eines Zwischenberichtes sind mit dem Formtext F 2100 bzw. im Ärztevertrag nicht vorgesehen. In diesem Fall ist die Korrektur der Gebühr für den Zwischenbericht (Nr.115) auf die Gebühr des Nachschauberichtes (Nr.134) durch den UV-Träger zulässig. Ein Zwischenbericht ist vom UV-Träger nur dann zu vergüten, wenn neben der Einleitung einer besonderen Heilbehandlung gleichzeitig eine Besonderheit im Behandlungsfall (§ 16 ÄV) angezeigt wird.

 

141 Vordruck F 6000 – Ärztliche Anzeige über eine Berufskrankheit (§ 44 Vertrag Ärzte/UV-Träger) Berichtsgebühr: EUR 15,22
Der Anspruch auf die Gebühr besteht auch dann, wenn der Arzt die Anzeige an die für den Arbeitsschutz zuständige Stelle übermittelt und der Unfallversicherungsträger sie von dieser Stelle erhält.

 

Kommentar:

Die DGUV führt in ihren Erläuterungen zur ärztlichen Anzeige bei begründetem Verdacht auf das Vorliegen einer Berufskrankheit (BK) unter anderem folgendes aus:

I.1.1 …Jeder Arzt (Zahnarzt, Hausarzt etc.) ist nach § 202 SGB VII gesetzlich verpflichtet, die BK-Anzeige zu erstatten, und zwar auch dann, wenn der Versicherte widerspricht; er kann nur davon absehen, wenn er definitiv weiß, dass diese BK bereits ärztlich gemeldet ist…

 

I.1.2 …Die BK-Anzeige ist zu erstatten, wenn der ärztlich begründete Verdacht besteht, dass eine BK im Sinne der Liste (Anlage der BK-Verordnung) vorliegt. Eine BK-Anzeige bzw. Meldung für die Fälle des § 9 Abs. 2 SGB VII kann nur mit dem Einverständnis des Versicherten erstattet werden…

…Ein begründeter Verdacht liegt vor, wenn die Krankheitserscheinungen mit den zu erfragenden persönlichen Arbeitsbedingungen in einem Zusammenhang stehen könnten (z. B. Handekzeme bei Maurern, Malern, Krankenschwestern, Reinigungspersonal; Rhinopathie bei Tierpflegern, Bäckern; Schwerhörigkeit bei Schmieden, z. B. früherer Umgang mit Asbest; Voraussetzung ist, dass Stoffe verwendet wurden/Einwirkungen vorlagen, die mit der Erkrankung in eine Wechselbeziehung gebracht werden können)…

Durch die Erstattung der ärztlichen BK- Anzeige wird kein Heilverfahren zu Lasten eines UV-Trägers eingeleitet, so dass die vorherigen Beratungen, Untersuchungen, Testungen etc. nicht mit dem UV-Träger abgerechnet werden können.

Da der Arzt auch verpflichtet ist, entsprechende Konsiliarbefunde, Laborergebnisse, radiologische Berichte etc. der ärztlichen BK-Anzeige beizufügen, kann je Kopie zusätzlich die Nr. 191 abgerechnet werden.

Da eine Haut-BK nach Nr. 5101 der Anlage zur BKV nur dann vorliegt, wenn die Erkrankung schwer oder wiederholt rückfällig ist und zur Unterlassung der Tätigkeiten zwingt, die für die Entstehung, die Verschlimmerung oder das Wiederaufleben der Krankheit ursächlich sind oder sein könnten, ist die Erstattung einer ärztlichen Anzeige nach Nr. 141 nicht erforderlich und zweckmäßig, wenn zeitgleich durch die Übersendung eines Hautarztberichtes (F 6050) ein Hautarztverfahren nach § 3 BKV eingeleitet werden.

 

142 Vordruck F 6120 – Bericht Wirbelsäule BK 2108, 2109, 2110 Berichtsgebühr: EUR 16,14

Kommentar:

Der Bericht Wirbelsäule BK 2108, 2109, 2110 (Formtext F 6120) ist vom Arzt nur nach Aufforderung durch den UV-Träger zu erstatten. Dieser wird angefordert, wenn der Versicherte seine wirbelsäulengefährdende Tätigkeit ausgeübt hat und somit die medizinischen Voraussetzungen zum Vorliegen einer BK nach den Nrn. 2108–2110 der Anlage zur BKV. zu ermitteln sind.

Sofern eine BK 2108, 2109 oder 2110 bereits anerkannt ist, erfolgt die Berichterstattung in der Regel mit dem Untersuchungsbericht Wirbelsäule BK 2108, 2109, 2110 (Formtext F 6220) zzgl. des Messblatts Wirbelsäule (Formtext F 6222). Wir empfehlen für die Formtexte F 6220 und F 6222 zusammen die Gebühr nach Nr. 142 mit dem UV-Träger abzurechnen.

 

145 Vordruck F 2900 – Überweisungsvordruck ÜV (§§ 26, 39 Vertrag Ärzte/UV-Träger) Berichtsgebühr: EUR 3,49

 Kommentar:

Die Überweisungsformtextgebühr nach Nr. 145 darf nicht vom D-Arzt und einem nach § 37 Abs. 3 ÄV zugelassenen Handchirurgen abgerechnet werden, wenn:

 

  1. Ärzte anderer Fachrichtungen mit dem Überweisungsvordruck (Formtext F 2902) zur Klärung der Diagnose und/oder zur Mitbehandlung (§§ 12, 56 Abs. 3 Ärztevertrag) hingezogen werden.

 

  1. dem UV-Träger eine Veränderung in der besonderen Heilbehandlung (§ 16 ÄV) in Gestalt einer Überweisung zur BGSW (Formtext F 2150) oder zur ABMR (Formtext F 2162) mitgeteilt wird. Diese Mitteilungen sind Bestandteil der Tätigkeit des D-Arztes bzw. zugelassenen Handchirurgen und daher nicht gesondert zu vergüten.
  1. der Versicherte mit der Verordnung von Heilmitteln (§ 20 ÄV) an einen Krankengymnasten/Physiotherapeuten (Formtext F 2400), Ergotherapeuten (Formtext F 2402) oder eine EAP-Einrichtung (F 2410) „überwiesen“ wird.
  1. der Versicherte mit der Verordnung von Hilfsmitteln (§ 22 ÄV) an einen Orthopädie-Schuhmacher zur Einlagen- oder Schuhversorgung (Formtext F 2404) „überwiesen“ wird.

Änderung der Bewertung

 

161 Begutachtungsmaterie mit hohem Schwierigkeitsgrad Berichtsgebühr: EUR 490,00

Es existieren keine konsentierten Begutachtungs-empfehlungen bzw. trotz Vorliegens einer solchen setzt die Begutachtung eine anspruchsvolle medizinische Bewertung voraus. Regelmäßig sind deshalb verschiedene medizinische Quellen und diverse Fachliteratur zu sichten bzw. bedarf es einer Literaturrecherche oder entsprechender fundierter Fachkenntnisse oder es ist eine umfassende Auseinandersetzung mit Vorgutachten notwendig.

Zu den Höchstsätzen nach Nrn. 160, 161 gilt § 59 des Vertrags Ärzte/UV-Träger.

Grundsätze Ambulantes Operieren

Grundsätze  Ambulantes Operieren in der gesetzlichen Unfallversicherung (GUV)  in der Fassung vom 1. Januar 2016

1 Anwendung des Kataloges ambulant durchführbarer Operationen und stationsersetzender Eingriffe

Zur Entscheidung, ob eine Operation unter ambulanten oder stationären Bedingungen durchzuführen ist, wird der „Katalog ambulant durchführbarer Operationen und stationsersetzender Eingriffe“ nach Anlage 1 des Vertrages nach § 115b Abs. 1 SGB V –Ambulantes Operieren und stationsersetzende Eingriffe im Krankenhaus – (Stand 1.01.2004) für Versicherte der gesetzlichen Unfallversicherung entsprechend zu Grunde gelegt.

 2 Vorrang der ambulanten Leistungserbringung

Die in dem Katalog mit * gekennzeichneten Leistungen sollen im Regelfall ambulant erbracht werden. Wird die Leistung stationär erbracht, ist dies gesondert zu begründen. Die Entscheidung obliegt dem Durchgangsarzt, dem Handchirurgen nach § 37 Abs. 3 des Vertrages Ärzte/UVTr. nach Art oder Schwere der Verletzung, bzw. dem entsprechenden Facharzt bei Augen- und/oder HNO-Verletzungen und ggf. dem nach §12 des Vertrages Ärzte/UVTr. hinzugezogenen Facharzt auf seinem Fachgebiet. Die Besonderheiten des Verletzungsartenverfahrens (siehe Pt. 4) sind zu beachten.

Eine stationäre Leistungserbringung kann insbesondere in Betracht kommen, wenn die in Anlage 2 zum Vertrag nach § 115b Abs. 1 SGB V (Stand 1.01. 2004) genannten „Allgemeinen Tatbestände“ erfüllt sind. Bei der Entscheidung ist darüber hinaus die Gesamtkonstellation der Verletzungsfolgen und deren Auswirkungen auf die individuelle Situation und den Gesundheitszustand des Patienten zu berücksichtigen.

 3 Anwendung des Vertrages Ärzte/UV-Träger

Die allgemeinen und besonderen Regelungen für die Heilbehandlung bei Arbeitsunfällen nach dem Vertrag Ärzte/UV-Träger, insbesondere über Vorstellungspflichten beim Durchgangsarzt, die Hinzuziehung anderer Ärzte durch den Durchgangsarzt sowie Unterstützungs- und Berichtspflichten, bleiben unberührt.

 4 Besonderheiten des Verletzungsartenverfahrens und des Schwerstverletzungsartenverfahrens

Handelt es sich um eine Verletzung des Verletzungsartenverzeichnisses, hat der behandelnde Arzt dafür zu sorgen, dass der Patient unverzüglich in ein von den Landesverbänden der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) am Verletzungsartenverfahren beteiligtes Krankenhaus überwiesen wird. Bei Vorliegen einer in den Erläuterungen zum Verletzungsartenverzeichnis mit „S“ gekennzeichneten Verletzung erfolgt die Überweisung in ein von den Landes-verbänden der DGUV am Schwerstverletzungsartenverfahren (SAV) beteiligtes Krankenhaus. Der an diesem Krankenhaus tätige Durchgangsarzt entscheidet nach Art oder Schwere der Verletzung, ob eine stationäre oder ambulante Behandlung erforderlich ist. Er kann die Behandlung ambulant durchführen oder einen anderen qualifizierten Arzt mit der ambulanten Behandlung beauftragen.

Eine Überweisung in ein beteiligtes Krankenhaus ist in den in den Erläuterungen zu Nummer 8 des Verletzungsartenverzeichnisses mit einem „V“ gekennzeichneten Fällen dann nicht erforderlich, wenn es sich bei dem behandelnden Arzt um einen Handchirurgen handelt, der zur Behandlung Unfallverletzter von einem Landesverband der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zugelassen ist (§ 37 Vertrag Ärzte/UV-Träger). In den in den Erläuterungen zu Nummer 8 des Verletzungsartenverzeichnisses mit einem „(S)“ gekennzeichneten Fällen braucht eine Überweisung nach Absatz 1 dann nicht zu erfolgen, wenn die Behandlung in einer von den Landes-verbänden der DGUV beteiligten handchirurgischen Spezialeinrichtung erfolgt.

 5 Berechtigung zur Durchführung ambulanter Operationen

Zur Durchführung ambulanter Operationen in der GUV berechtigt sind in Praxis niedergelassene oder an Kranken-häusern tätige Durchgangsärzte, die als solche bis zum 31.12.2010 von einem Landesverband beteiligt worden sind, andere nur, wenn sie über die Schwerpunktbezeichnung „Unfallchirurgie“ bzw. über die Zusatzbezeichnung „Spezielle Unfallchirurgie“ verfügen, bzw. Augen- und HNO-Ärzte und Handchirurgen nach § 37 Abs. 3 des Vertrages Ärzte/UVTr. sowie Hautärzte bei Verletzungen bzw. Erkrankungen auf dem jeweiligen Fachgebiet und Ärzte für Anästhesie, wenn sie hierzu von der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung zugelassen sind und/oder die Erklärungen nach § 3 der „Vereinbarung von Qualitätssicherungsmaßnahmen bei ambulanten Operationen und bei sonstigen stationsersetzen-den Leistungen gemäß § 15 des Vertrages nach § 115b Abs. 1 SGB V“ abgegeben haben, die fachlichen und räumlich-apparativen Voraussetzungen erfüllen und die notwendigen Pflichten anerkennen. Durchgangsärzte ohne Schwerpunktbezeichnung „Unfallchirurgie“ bzw. Zusatzbezeichnung „Spezielle Unfallchirurgie“ dürfen nur solche ambulanten Operationen durchführen und abrechnen, die in den Gebühren-Nrn. 442 bis 445 mit einem „*“ gekennzeichnet sind, andere Leistungen nur mit vorheriger Genehmigung durch den Unfallversicherungsträger. Durchgangsärzte sind berechtigt, Arbeitsunfallverletzte an Ärzte, die zum ambulanten Operieren in der vertragsärztlichen Versorgung berechtigt sind, zur ambulanten Leistungserbringung zu überweisen (§ 12 Vertrag Ärzte/UV-Träger).

In Zweifelsfällen ist die Erfüllung der Anforderungen gegenüber dem zuständigen Landesverband der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) nachzuweisen. Der Landesverband kann verlangen, dass der Arzt/das Krankenhaus die abgegebenen Erklärungen zur Einsichtnahme zur Verfügung stellt.

Der Arzt/das Krankenhaus ermöglicht dem Landesverband, jederzeit die Erfüllung der Anforderungen zu überprüfen

 

Erhöhung der Honorare für die Leistungen der Nrn. P25 – P30 nach Psychotherapeutenverfahren

Erhöhung der Honorare für die Leistungen der Nrn. P25 – P30 nach Psychotherapeutenverfahren der gesetzlichen Unfallversicherungsträger – Anlage 2 zum Vertrag Ärzte/Unfallversicherungsträger – Stand: 1.10.2015

 

Nr. Leistung/Kurzlegende Betrag in Euro
P 25 Notfallbezogene Betreuung bei akutem psychischem Trauma schweren Ausmaßes; außerhalb der PraxisräumlichkeitenBis zu max. 2 Einheiten a 50 Min./Tag; insgesamt max. 1 mal im Behandlungsfall. 150,00
P 26 Notfallkonsultation bei akutem psychischem Trauma schweren Ausmaßes; innerhalb der PraxisräumlichkeitenBis zu max. 2 Einheiten a 50 Min./Tag; insgesamt max. 1 mal imBehandlungsfall 120,00
P 27 Durchführung indizierter psychotherapeutischer Diagnostik und Behandlungsmaßnahmen bei akuten psychischen Traumafolgen – probatorische Sitzungen 110,00
P 28 Durchführung traumaspezifischer Therapie, z. B. nach P 27, ggf. im Anschluss an probatorische Sitzungen 110,00
P 29 Durchführung traumaspezifischer, den Rahmen regulärerPsychotherapiemaßnahmen überschreitender diagnostischer und therapeutischer VerfahrenBis zu 3 Einheiten a 50 Min./Tag, in der Regel bis max. 4 mal im

Behandlungsfall. Nach vorheriger Genehmigung durch den UV-Träger.

120,00 
P 30 Traumaspezifische Fremdanamnese, Beratung und/oder Aufklärung von Angehörigen oder relevanten Betriebsangehörigen bei Notwendigkeit eines Einbezugs dieser Personen in die GesamtbehandlungBis zu max. 2 Einheiten a je 50 Min. im Behandlungsfall 100,00 

 

Vergütungsempfehlung für die Abrechnung des Behandlungsplans für die Chemotherapie

Die DGUV veröffentlicht zu dem Thema folgende Zusammenfassung (Rundschreiben – 0382/2015 vom 26.10.2015):

 Von onkologischen Praxen wird zunehmend gefordert, für die notwendige Aufstellung eines Behandlungsplans für die Chemotherapie eine Gebühr zu bezahlen. In der amtlichen Gebührenordnung (GOÄ) gibt es hierfür die Nr. 78 (Behandlungsplan für die Chemotherapie und/oder schriftlicher Nachsorgeplan für einen tumorkranken Patienten, individuell für den einzelnen Patienten aufgestellt). Diese Leistung wurde seinerzeit aus heute nicht mehr nachvollziehbaren Gründen nicht in den Grundleistungsteil der UV-GOÄ übernommen.

Die Nr. 78 ist in der GOÄ mit 180 Punkten bewertet. Berechnet mit dem Punktwerten der UVGOÄ ergäbe sich daraus eine Gebühr von 12,42 € für die allgemeine Heilbehandlung und 15,46 € für die besondere Heilbehandlung.

Auch wenn Analogbewertungen nach der UV-GOÄ grundsätzlich nicht vorgesehen sind, bestehen keine Bedenken, diese Gebühren den onkologischen Praxen für die Aufstellung des Behandlungsplanes für die Chemotherapie anzubieten, bis hierfür eine Gebührenregelung in die UV-GOÄ aufgenommen wird

Abrechnung von Leistungen, die nicht in der UV-GOÄ aufgeführt sind

Im § 51 des Vertrags Ärzte/Unfallversicherungsträger ist die Vergütung geregelt:

 
(1) Die Vergütung für ärztliche Leistungen richtet sich nach dem vereinbarten Leistungs- und Gebührenverzeichnis (Anlage zum Vertrag). Landesrechtliche Vorschriften über die Vergütung von Notarzteinsätzen bleiben unberührt.
(2) Ärztliche Leistungen des Durchgangsarztes nach den §§ 27 und 29 werden nach den Gebührensätzen der besonderen Heilbehandlung vergütet.
(3) Für Behandlungsleistungen, die ein Arzt unter Missachtung der in den §§ 26, 37, 39 und 41 geregelten Vorstellungs- und  Überweisungspflichten selbst durchführt, besteht kein Vergütungsanspruch.

Alle ärztlichen Behandlungsleistungen im Rahmen der Versorgung von Patienten gemäß Vertrag Ärzte/Unfallversicherungsträger werden nur nach dem Leistungs- und Gebührenverzeichnis (UV-GOÄ) vergütet. Die Möglichkeit einer Analogberechnung, wie in der GOÄ ist in der UV-GOÄ nicht gegeben.
Leistungen, die im Gebührenverzeichnis der UV-GOÄ nicht aufgeführt sind, können daher vom Arzt nicht abgerechnet werden; es sei denn, es wird eine entsprechende Einwilligung des UV-Trägers – wenn möglich vor Erbringung der Leistung – eingeholt. In diesem Zusammenhang ist unbedingt auf den § 52 ÄV hinzuweisen, der die Aufgaben der Ständigen Gebührenkommission regelt, die u.a. neue Leistungen festlegt

 § 52 Ständige Gebührenkommission

(1) Für die Festlegung, Einordnung und Bewertung von Leistungen, die im Leistungs- und Gebührenverzeichnis nicht enthalten sind, sowie für die Auslegung und die Weiterentwicklung des Leistungs- und Gebührenverzeichnisses ist eine ständige Kommission zuständig.
(2) Die Beschlüsse der ständigen Kommission sind von den Vertragspartnern bekanntzugeben.
(3) Die bekanntgegebenen Beschlüsse der ständigen Kommission sind bis zur Beschlussfassung über die förmliche Änderung des Vertrages für die Vertragspartner bindend.

Die Gebührenkommission trifft daher auch Entscheidungen zu Leistungen, die bisher in der UV-GOÄ nicht aufgeführt sind.

Nach Abs. 3 sind die Beschlüsse der Gebührenkommission für die UV-Träger aber auch für die behandelnden Ärzte bindend.
Es ist daher für den Arzt notwendig, sich Kenntnis über die Beschlüsse zu verschaffen. Die Beschlüsse der Kommission werden im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht, und zwar unter der Rubrik: „Bekanntgabe der Herausgeber: Kassenärztliche Bundesvereinigung“ und dem Titel „Bekanntmachungen: Beschluss der ständigen Gebührenkommission nach § 52 des Vertrages Ärzte/ Unfallversicherungsträger“.

Hinweis: Die Kommission ist für die Klärung einzelner Gebührenstreitigkeiten nicht zuständig.

 

UV-GOÄ 2016 Kommentar

Auch PKV Kassen zahlen Alternative Medizin

Im Internet kann man bei den PKV-Versicherungen Hinweise zur Übernahme von Behandlungskosten der Alternativen Medizin finden. Im Internet veröffentlicht z.B. die private Krankenversicherung Barmenia eine Liste der erstattungsfähigen Naturheilverfahren in den Barmenia-Tarifen mit Schwerpunkt Naturheilkunde auf der Basis des Hufeland-Leistungsverzeichnisses, der Abrechnungshilfe für naturheilkundlich tätige Ärzte (http://www.barmenia.de/de/service/gut-zu-wissen/krankenversicherung-2/basiswissen-pkv/hufelandverzeichnis.xhtml ). Das Hufeland-Verzeichnis enthält alle naturheilkundlichen Diagnostik- und Therapieverfahren, die theoretisch erklärbar und praktisch bewährt und die lehr- und lernbar sind.

Die Mannheimer Versicherung informiert ( http://www.mannheimer.de/kranken/biologisch/ ) :..“Alternative Medizin und Schulmedizin sind bei uns gleichberechtigt Für uns ist wichtig, dass Krankheiten geheilt werden und die anfallenden Behandlungskosten unsere Kunden nicht belasten. Wir leisten für alle Therapieformen, die im Hufeland-Leistungsverzeichnis aufgelistet sind.

Es lohnt sich also ein Internet-Suchgang durch die PKV Versicherungen. Auch einige GKV-Kassen übernehmen spezielle Leistungen, auch hier lohnt sich das Suchen

Anamnesen- analog abgerechnet – Für spezielle Untersuchungen gibt es auch spezielle Anamnesen im analogen Ansatz

GOÄ Nr. Kurzlegende 2,3fach Euro
30 Erhebung der homöopathischen Erstanamnese – mind. 1 Stunde  nach biographischen und homöopathisch-individuellen Gesichtspunkten mit schriftlicher Aufzeichnung zur Einleitung einer homöopathischen Behandlung 120,65
30 analog Analog ansetzbar für:1.     Erhebung der Erstanamnese vor Akupunktur

2.     Erhebung der Erstanamnese unter anthroposophischenGesichtspunkten

3.   Erhebung der Erstanamnese vor ayurvedischer Therapie

4.     Erhebung der Erstanamnese vor naturheilkundliche Therapie

120,65
31 Homöopathische Folgeanamnese – mind. 30 Minuten unter laufender Behandlung nach den Regeln der Einzelmittelhomöopathie zur Beurteilung des Verlaufs und Feststellung des weiteren Vorgehens – ein- schließlich schriftlicher Aufzeichnungen 60,33
31 analog Analog ansetzbar für:
1. Folgeanamnese bei Akupunktur
2. Folgeanamnese bei anthroposophischer Therapie
3. Folgeanamnese bei ayurvedischer Therapie
4. Folgeanamnese bei naturheilkundlicher Therapie 
60,33

 

Erhöhung des Schwellenwertes

Überall dort, wo erschwerte Untersuchungsbedingungen oder besondere Untersuchungsverhältnisse vorliegen, ist eine Erhöhung vom Schwellenwert 2,3fach auf den 3,5fachen Satz möglich und sollte auch erfolgen.

Die Herausgeber von www.arztundabrechnung.de   haben mit mehreren Kollegen, Berufsverbänden und auch privatärztlichen Verrechnungsstellen über mögliche Begründungen für die Überschreitung gesprochen. Nachfolgend eine beispielhafte Liste für Diagnostik und Therapie:

Begründungen zur Erhöhung der Abrechnungsfaktoren

Schwierigkeit bei der Diagnostik

  • Unruhezustand und/oder starke Schmerzen des Patienten
  • Insuffiziente Atmung
  • Schlechte Gefäßverhältnisse
  • Instabiler Kreislauf
  • Bewusstseinstrübung
  • Polytrauma
  • problematische Begleiterkrankung
  • Multimorbides Krankheitsbild

Deutlich erhöhter Zeitaufwand

  • Ultraschall: Sono von mehr als drei Organe und/oder viel Luftüberlagerungen und/oder voroperierter Patient z.B. Galle, Pankreas, grosse Gefäße
  • Verwirrter Patient
  • Ängstliches Kind
  • Zeitaufwand wegen Durchsicht Fremdbefunde
  • Erörterung der Fremdbefunden mit Patienten
  • Gespräch zur ausgedehnter Anamneseerhebung
  • Ausführliche Beratung und/oder Erläuterung zu verschiedenen möglichen therapeutischen Maßnahmen
  • Besprechung zu Arzneimittelnebenwirkungen
  • Häufig wechselndes Beschwerdebild
  • Fehlende Mitarbeit des Patienten bei den Untersuchungen
  • Schwierige Differentialdiagnose/-therapie
  • Mehrere Stoffwechselerkrankungen

Erschwerte Ausführung von Diagnostik und Therapie

  • Besonderheit der anatomischen Verhältnisse
  • Schlechte Venenverhältnisse
  • Bewusstseinslage eingeschränkt

GOÄ Nrn. 70, 75.76. 80, 85 – Bescheinigungen, Atteste, Berichte und Arztbriefe

Patienten bitten häufig um Bescheinigungen für sich oder Dritte. Bescheinigungen sind aber nur zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung abzurechnen, wenn diese auf vereinbarten Vordrucken oder auf besonderes Verlangen der Kassen bzw. des Medizinischen Dienstes erstellt werden. Alle anderen Anfragen sind privat nach GOÄ zu liquidieren:

GOÄ-Nr. Legende 2,3fach in €
70 Kurze Bescheinigung oder kurzes Zeugnis, ArbeitsunfähigkeitsbescheinigungAnwendung z.B.: Kurzbescheinigungen, wie Anwesenheitsbescheinigung, Schulunfähigkeitsattest, Prüfungsfähigkeit, Notwendigkeit eines Messgerätes für RR oder BZ, Ausstellung oder Eintragungen in Allergiepass, Bescheinigungen zur Sportbefreiung für die Schule, Leichenschauschein für Feuerbestattung Flug- und Tauchtauglichkeit, Reiseimpfungen, Reiserücktritt aus Krankheitsgründen 5,36
75 Ausführlicher schriftlicher Krankheits- und Befundbericht (einschl. Angaben zur Anamnese, zu dem(n) Befund(en), zur epikritischen Bewertung und ggf. zur TherapieAnwendung z.B.: Krankheits-/Befundbericht, auf Wunsch des Patienten ausgestellte ausführliche Bescheinigungen z.B. für Kindergarten, Schule, Sportverein oder Reiserücktritt 17,43
76 Schriftlicher Diätplan, individuell für den einzelnen Patienten aufgestellt –  z.B. bei Adipositas, Nahrungsmittelallergie, Gicht, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Sondenkost-Ernährung 9,38
80 Schriftliche gutachterliche Äußerungz.B. bei ärztlicher Begutachtung auf Wunsch des Patienten, wie z.B. bei Umweltmedizin, zur Wehrtauglichkeit, für Sportverein, für Flugschein 40,22
85 Schriftliche gutachterliche Äußerung mit einem das gewöhnliche Maß übersteigenden Aufwand – ggf. mit wissenschaftlicher Begründung – je angefangene Stunde Arbeitszeit – z.B. bei ärztliche Begutachtung auf Wunsch des Patienten 67,03

 

EBM Nr. 02100

Frage eines Neurologen: Darf eine Infusion nach EBM Nr. 02100 abrechnen? Antwort: JA – die Leistung ist in der Präambel der hausärztlichen Versorgung aufgeführt. Nach Anhang 1 (Verzeichnis der nicht gesondert berechnungsfähigen Leistungen) ist diese Leistung nur in der Versichertenpauschale der Hausärzte und Pädiater integriert aber nicht in der Grundpauschale der Fachärzte.

EBM

Diesen Begriff hat der  Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) in der „Richtlinie zur Definition schwerwiegender chronischer  Krankheiten“ im Sinne des § 62 SGB V wie folgt definiert (§ 2 der Richtlinie):

„Schwerwiegende chronische Krankheit“
Eine Krankheit i. S. d. § 62 Abs. 1 Satz 2 SGB V ist ein regelwidriger korperlicher oder geistiger Zustand, der Behandlungsbedurftigkeit zur Folge hat. Gleiches gilt für die Erkrankung nach § 62 Abs. 1 Satz 4 SGB V.
Eine Krankheit ist schwerwiegend chronisch, wenn sie wenigstens ein Jahr lang, mindestens einmal pro Quartal arztlich behandelt wurde (Dauerbehandlung) und eines der folgenden Merkmale vorhanden ist:

a) Es liegt eine Pflegebedürftigkeit der Pflegestufe 2 oder 3 nach dem zweiten Kapitel SGB XI vor.

b) Es liegt ein Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 60 oder eine Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) von mindestens 60% vor, wobei der GdB oder die MdE nach den Maßstäben des § 30 Abs. 1 BVG oder des § 56 Abs. 2 SGB VII festgestellt und zumindest auch durch die Krankheit nach Satz 1 begründet sein muss.

c) Es ist eine kontinuierliche medizinische Versorgung (ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung, Arzneimitteltherapie, Behandlungspflege, Versorgung mit Heil und Hilfsmitteln) erforderlich, ohne die nach ärztlicher Einschätzung eine lebensbedrohliche
Verschlimmerung, eine Verminderung der Lebenserwartung oder eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität durch die aufgrund der Krankheit nach Satz 1 verursachte Gesundheitsstörung zu erwarten ist.

EBM

Kongressbericht SLEEP 2015

  1. Annual Meeting of the Associated Professional Sleep Societies,

vom 06. – 10.06.2015 in Seattle, Washington

 Der amerikanische Schlafforschungskongress ist mit ca. 5000 Teilnehmern ein jährlich stattfindender Kongress, der das Feld der Schlafforschung und Schlafmedizin in der gesamten Breite von Grundlagenforschung bis klinischer Versorgung abdeckt. Auffällig ist, dass die amerikanische Schlafforschung eine starke neuro-wissenschaftliche Grundlagenforschung einschließt, wohingegen die deutsche Schlafforschung gegenwärtig eher eine kliniknahe Ausrichtung hat.

 

  • Wichtige grundlagenwissenschaftliche Entwicklungen:
  • Lokaler Schlaf:

Verschiedene Arbeiten der letzten Jahre zeigen, dass die großen Gehirnzustände „Wach“ und „Schlaf“ keineswegs einheitliche Zustände sind, sondern dass auch im Wachzustand einzelne Zellpopulationen schlafähnliche Aktivität zeigen (local sleep), wohingegen umgekehrt im Schlaf einzelne Zellpopulationen wachähnliche Aktivität zeigen (local wakefulness). Dieses Konzept wird durch intrazerebrale Ableitungen im Tierexperiment und beim Menschen (prächirurgisch bei Patienten mit Epilepsie) und nicht-invasiv durch hoch auflösende elektrophysiologische (EEG) Ableitungen gestützt. Die Beobachtung ist geeignet, zahlreiche bisher nur unzureichend verstandene Phänomene wie beispielsweise nächtliche motorische Aktivität im Schlaf bei Parasomnie zu erklären (z. B. Schlafwandeln). Weiterhin könnte die Beobachtung dazu beitragen, das erhöhte subjektive Wacherleben bei Patienten mit Insomnie zu erklären, die oft trotz ausreichender Schlafdauer einen nicht-erholsamen Schlaf berichten. Interessante Perspektiven ergeben sich auch für neuropsychiatrische Erkrankungen, beispielsweise für das Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom (ADHS), bei dem es durch lokale Schlafaktivität im Wachzustand zu Aufmerksamkeitsdefiziten kommen könnte. Diese Überlegung könnte auch erklären, warum vigilanzsteigernde Substanzen bei ADHD wirksam sind.

 

  • Schlaf, Gedächtnis und Plastizität:

Schlaf hat einen entscheidenden Einfluss auf neuronale Plastizität des Gehirns. Auf dem diesjährigen Kongress wurde insbesondere gezeigt, dass eine über den Wachzustand stattfindende Stärkung von Synapsen im Gehirn (Upscaling) dazu führt, dass das Informations/Rausch-Verhältnis verschlechtert ist und Neulernen (neue Induktion von assoziativer synaptischer Plastizität) nach einer langen Wachphase aufgrund von Sättigungsphänomenen gemindert ist. Der synaptischen Homöostase-Hypothese folgend kommt es im Tiefschlaf zu einem Downscaling der Gesamtübertragungsstärke von Synapsen und somit zu einem Reset, was zu einem besseren Informations/Rausch-Verhältnis und zur neuen Induzierbarkeit von Lernvorgängen führt. Zugespitzt formuliert ist Schlaf der Hypothese zufolge der Preis, den wir für neuronale Plastizität und adaptives Verhalten zahlen. Hierzu wurden erneut verschiedene Belege auf molekularer und Verhaltensebene, insbesondere von der Arbeitsgruppe um Giulio Tononi und Chiara Chirelli, University of Madison, aber auch anhand eigener Arbeiten aus Freiburg vorgelegt.

 

  • Klinische Entwicklungen:

Vielfach wurde auf dem Kongress die Neubewertung von Insomnie im Diagnostic and Statistical Manual, 5. Version (DSM 5) der American Psychiatric Association aufgegriffen. Hierbei wird Insomnie von einem Symptom zu einer Diagnose aufgewertet, die komorbid zu anderen Störungen, beispielsweise neurologischen oder psychiatrischen Erkrankungen, diagnostiziert werden kann. Diese Änderung trägt der Datenlage Rechnung, dass Insomnie ein unabhängiger Risikofaktor und eigenständiger Modulator des Krankheitsverlaufs für zahlreiche Erkrankungen ist. Dieser Shift in der Konzeptualisierung lässt zunehmend therapeutische Studien erwarten, die die Hypothese testen, dass eine gezielte Behandlung von Schlafstörungen den Krankheitsverlauf anderer Erkrankungen verbessert.

 

  • Weitere Entwicklungen im Bereich der Insomnie

In der Insomnieforschung wird aktuell intensiv diskutiert, ob sich stabile Subgruppen von Patienten mit Ein- und Durchschlafstörungen identifizieren lassen, um das Therapieangebot besser individualisieren zu können. Dabei steht insbesondere die Unterteilung in Patienten mit bzw. ohne polysomnographisch gemessener kurzer Schlafzeit im Fokus, nachdem eine Arbeitsgruppe von der Pennsylvania State University um den Forscher Alexandros Vgontzas in einer großen Untersuchung zeigte, dass nur Patienten mit polysomnographisch gemessener kurzer Schlafzeit (< 6 h) ein erhöhtes Risiko für zahlreiche Folgeerkrankungen aufweisen. Diese Ergebnisse sind nun teilweise von anderen Arbeitsgruppen repliziert worden, wobei zusätzlich ein prädiktive Wert der Subgruppenzuordnung für den Behandlungserfolg mit kognitiver Verhaltenstherapie für Insomnie festgestellt werden konnte. In diesem Zusammenhang wird auch die Rolle der Polysomnographie in der Diagnostik der neu diskutiert, nachdem diese aktuell in Deutschland nur bei Therapieresistenz eingesetzt wird.

In Bezug auf die Ursachenforschung zu Insomnie gab es in diesem Jahr eher eine geringe Anzahl von neuen Studien und kritische methodenorientierte Diskussionsbeiträge zur generellen Ausrichtung des Feldes. Ein Highlight war jedoch, dass eine Arbeitsgruppe aus Pittsburgh um den Forscher Daniel J. Buysse ihren inzwischen 11 Jahre alten Befund, dass Insomniepatienten nachts im polysomnographisch ungestörten Schlaf einen erhöhten Gehirnmetabolismus aufweisen (persistierendes Hyperarousal im Schlaf), replizieren konnte.

Therapeutisch werden u.a. der Nutzen und die Ausgestaltung von online-basierten Therapieangeboten diskutiert. Diese auf der kognitiven Verhaltenstherapie für Insomnie beruhenden Programme zeigen dabei eine gute Wirksamkeit, wobei sich die Forschungsgemeinschaft insbesondere erhofft, dass damit eine große Gruppe von Patienten mit Ein- und Durchschlafstörungen erreicht werden kann, die sonst keinen Zugang zu dieser effektiven Behandlungsmethode hat. Darüber hinaus gibt es neue pharmakologische Substanzen aus der Gruppe der Orexin-Rezeptor-Antagonisten, die aktuell in ihrer Wirksamkeit für die Behandlung von Insomnien untersucht werden.

 

 

Prof. Dr. C. Nissen

PD Dr. Kai Spiegelhalder

Melanie Barz

März 24, 2015

Sehr geehrte Damen und Herren, zunächst einmal ein Kompliment an das Buch und die Website, finde ich sehr gut gelungen. Und die Möglichkeit, Fragen zu stellen, ist natürlich ausgesprochen hilfreich. Ich hätte eine Frage zur Psychopharmakotherapie: unlängst las ich in einer Wochenzeitschrift, daß die Haltbarkeitsdauer von Zahnimplantaten unter Therapie mit Serotoninwiederaufnahmehemmern reduziert sei. Ist das korrekt, und wenn ja, wie würde man dieses erklären? Herzlichen Dank!!

Eva Dieckmann

Melanie Barz

Februar 25, 2015

Frage: Nachdem so intensiv über das Phänomen des Hikikomori in Japan berichtet wurde, möchte ich fragen, ob es sich dabei vornehmlich um Asperger-Autisten handelt oder ob auch andere Differentialdiagnosen eine Rolle spielen. Kommt dieses Phänomen auch in Deutschland gehäuft vor?

 

 

 

 

 

 

 

Melanie Barz

Februar 20, 2015

Ist es anzuraten, die SOH auch außerhalb der Behandlung chronisch depressiver, d.h. bei anderen diagnostischen Entitäten, anzuwenden?

 

Melanie Barz

Januar 20, 2015

Sehr geehrte Kollegen,
das Buch gefällt mir insgesamt sehr gut. Allerdings musste ich im Abschnitt über Psychoanalyse (unter „Strukturmodell und Persönlichkeit“ einen Fehler entdecken. Sie schreiben:
„Unter dem Ich versteht die Psychoanalyse den bewussten Anteil der Persönlichkeit, mit dem das Individuum sich als eigenständig existierend und von der Umwelt abgegrenzt erlebt.“
Das ist natürlich nicht korrekt, denn die Abwehrmechanismen z. B. sind Teile des Ichs bzw. Ichleistungen und definitionsgemäß unbewusst. Leider wird auch in der US-amerikanischen psychologischen Lit. gelegentlich das Es mit dem Unbewussten und das Ich mit dem Bewussten gleich gesetzt. Es ist einfach falsch!!!
Schönen Gruß aus Berlin,
PD Dr. med. Werner Köpp

 

Arzt-Patient-„Verhältnis“ oder der Paradigmenwechsel

Am 11.Nov. 2014 fand das bekannte Gesundheitsforum der Süddeutschen Zeitung im Klinikum Rechts der Isar statt.

Frau Prof. Giese beschrieb die Arzt-Patienten-Beziehung eher als eine Beziehung, in welcher sich mit dem Wunsch der Patienten, mehr Gleichberechtigung zu haben, eine Art Paradigmenwechsel vollzogen hat. Seit dieser Zeit existiert der „Gott in Weiß“ nicht mehr als solcher.

Das sehr brisante Thema erklärt sich Prof. Jauch, Ärztlicher Direktor der LMU München, eher anhand eines ausgeprägten Mangels an kommunikativen Fähigkeiten. Die neuen Ärzte lernen nur wenig über die richtige Kommunikation mit dem Patienten. So versucht man mit verschiedenen Seminaren schon während des Studiums diesem Vorzubeugen aber dies ist ganz offensichtlich nicht ausreichend.

Ein weiteres großes Problem ist der immer größer werdende Druck wirtschaftlich zu arbeiten. „EMPATIME“ ist der entscheidende Begriff, der wieder ganz oben stehen sollte, denn Empathie und Zeit braucht der Patient.

Gab es früher einen Arzt für alle Bereiche und damit auch nur einen Ansprechpartner für den Patienten, so hat man heute eine Reihe von Spezialisierungen, zum Teil auch innerhalb der Fachrichtungen. Dies führt zum einen zu einer Verwirrung des Patienten und daraufhin zu vermehrten Fragen. Diesen Fragen kann der Arzt im Rahmen seiner wirtschaftlichen Tätigkeit im Grunde nicht nachkommen. Hinzu kommen die diagnostischen Möglichkeiten einer jeden Spezialisierung, die der Patient natürlich erst durchlaufen muss bevor er seinen Arzt sieht.

 

Frau Dr. Dorfmüller, ehemalige Psychologin in Bogenhausen, sieht diese Problematik in einem ähnlichen Kontext. Was ihr ganz entscheidend in ihrer klinischen Tätigkeit aufgefallen war: das aktive Zuhören fehlte. Ein Patient der eine schlechte Prognose bekommen hat, wird von dem Wunsch nach besseren und neueren Untersuchungen getragen. Hier muss man den Patienten auffangen.

Prof. Schneider, Stiftungslehrstuhl Allgemeinmedizin an der TUM, sieht die Lösung des Problems eher in Form von „Health Literacy“ und „Patient Empowerment“ mit dem Ziel dem Patienten mehr Autonomie zu geben.

Ganz im Gegensatz dazu steht Frau Dr. Berndt von der Süddeutschen Zeitung. Sie stellt die ganz entscheidenden Fragen an diesem Abend: Sollte es nicht eine Arzt-Patienten-Beziehung sein statt ein Verhältnis? Können Patienten überhaupt Verantwortung für sich selbst übernehmen? Der Patient aber ist betroffen und damit doch eigentlich gar nicht in der Lage autonom und objektiv zu entscheiden, oder?

Palliativversorgung-Und die Frage was wir noch verbessern müssen

Als 1994 die deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin gegründet wurde, brach eine neue Ära in der Versorgung von schwerstkranken Patienten an. Nicht nur die Beherrschung der Schmerzen steht seitdem im Mittelpunkt, sondern auch der psychologische, soziale und spirituelle Aspekt eines jeden einzelnen Betroffenen.

Natürlich fallen den Mitarbeitern des PCT und SAPV die Dinge auf, die man dringend noch verbessern muss. So beschäftigte sich Ende Oktober die Deutsche Gesellschaft für Medizinrecht intensiv mit den aktuellen Rechtsfragen der Palliativversorgung. Hierbei wurden in dem 16. Einbecker Workshop ganz klare Lücken in der Gesetzgebung zur Sprache gebracht. Die Tatsache, dass die Palliativversorgung noch immer nicht in der privaten Krankenversicherung verankert ist, stellt ein großes Manko dar. Des Weiteren haben Klinikärzte und -ärztinnen aufgrund einer mangelhaften Aufklärung und einer Stigmatisierung des Begriffs „Palliativ“ in einigen Krankenhäusern die Möglichkeit einer frühzeitigen Einbeziehung von Kollegen aus der Palliativmedizin zu einer gemeinsamen Betreuung von schwerkranken Patienten noch gar nicht erkannt. So besteht nicht erst am Lebensende des Patienten die Möglichkeit, die Kollegen aus der Palliativmedizin mit einzubeziehen, sondern frühzeitig und auch parallel zu kurativen Therapiemaßnahmen.

Für den Patienten in der palliativen Situation ist es notwendig, die gesetzlich geforderte Notwendigkeit der Vorlage des Originalrezepts in der Apotheke vor Abgabe oder Auslieferung von Betäubungsmitteln zu überarbeiten. Ebenso sollten Palliativpatienten eine Sonderstellung bei der Durchsetzung sozialrechtlicher Leistungsansprüche bekommen.

Und ist es nicht schon grenzwertig, dass die gesetzlichen Krankenkassen den Zuschuss bei einer stationären Hospizversorgung auf 90-95% beschränken, sodass man auf ergänzende Spendenfinanzierungen angewiesen ist?

Somit wird deutlich, dass an verschiedenen Stellen noch Handlungsbedarf besteht. Hoffen wir, dass die Empfehlungen der DGMR schnellstmöglich umgesetzt werden.